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Conny Kegreiß macht Trivial Pursuit für Azubis

So weiß jeder Beginner, wie der Laden läuft: Trainingskarte zücken, Übung checken.

 

Nach dem Motto: „Genieße das Entdecken und Gestalten!“ hat Friseurmeisterin Conny Kegreiß Trainingskarten à la Trivial Pursuit entwickelt und um ein Trainingsbuch ergänzt. 36 Monate Ausbildung. 360 Trainingskarten. Individualisierbar auf jeden Salon! Wir haben mal nachgefragt.

Ein Gespräch mit Katja Ottiger

Trainingskarten für Azubis? Was ist die Idee dahinter?
Conny Kegreiß: Strukturierte Ausbildung! Mit System, vom ersten Tag an. Wir kennen doch alle diese Fragen: „Wie mache ich meine Azubis mit meinem Salon vertraut?“ „Wie transportiere und halte ich meine Inhalte, Leitlinien, Schwerpunkte, Arbeitsweisen fest?“ … Ich habe über die Jahre hinweg das, was mir wichtig ist, auf Kärtchen geschrieben, systematisch in einer Box gesammelt und um ein Trainingsbuch für persönliche Notizen ergänzt.
„Ein Kollege meinte, ich solle das für alle Friseure zugänglich machen.“
Anfangs für den eigenen Salon, ist das mittlerweile ein Renner unter Kollegen…
C.K.: Ein Kollege meinte, ich solle das doch für alle Friseure zugänglich machen. Also habe ich es so umgestaltet, dass jeder Salon seine eigene Philosophie, eigene Schwerpunkte und saloninterne Abläufe einbringen kann.
Was zum Beispiel?
C.K.: Nehmen wir den Kundenempfang: „Stehen wir vor der Rezeption, wenn wir einen Kunden begrüßen oder dahinter?“, „Wie findet unsere Beratung statt?“, „Achten wir auf: nonverbal, verbal und nehmen wir die Körpersprache wahr?“ Diese einzelnen Punkte als Beispiele auf den Karten unterstützen die saloninternen Abläufe. So kann jeder seine eigene Salonidentity kommunizieren.
„Azubis wiederholen und trainieren selbständig.“
Wie geht das praktisch?
C.K.: Mein System folgt den Themen, die auch im Ausbildungsrahmenplan enthalten sind. Der Ausbilder und der Azubi erarbeiten gemeinsam Übungen. Zeitgleich tragen sie saloninterne Abläufe und Schwerpunkte zu bestimmten Themen in das Buch ein. Der Azubi kann diese jederzeit nachlesen, selbständig wiederholen und trainieren.
Angepasst ans individuelle Tempo …
C.K.: Ja. Am Ende des Tages entschieden, ob eine Trainingskarte erfüllt wurde und die darauffolgende Karte gezogen werden kann oder ob nochmals wiederholt wird.

 

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Kartenbox und Buch – ein Set?
C.K.: Ja, es besteht aus einem Buch und einer Box mit 360 Trainingskarten – jeweils 120 Karten pro Ausbildungsjahr. Alle Azubis im Salon können diese gleichzeitig verwenden, es genügt also eine Box pro Salon. Die Bücher kann man zusätzlich nachbestellen, jeder Azubi sollte sein eigenes Trainingsbuch haben.
Ihre Azubis geben Feedback?
C.K.: Ja. Denn so zu arbeiten macht Spaß und macht neugierig. Jeden Tag etwas Neues lernen, im Buch nach vorn zu blättern und zu wissen, was als nächstes kommt – das schafft Sicherheit und Struktur und die Selbstständigkeit motiviert.
Wie ist denn Ihre Erfolgsquote?
C.K.: Durch mein System sind meine Auszubildenden schneller und sicherer am Kunden einsetzbar. Alle Azubis der letzten Jahre haben mit gut und sehr gut abgeschlossen.
Wie lange hat es gedauert, das System für die „breite Masse“ um zu entwickeln?
C.K.: Nochmals ein Jahr. Ausbildung ist für mich eine Herzensangelegenheit. Mir ist es wichtig, dass jeder Salon, der Nachwuchs begleitet, damit arbeiten kann und dessen eigene Salonphilosophie und Schwerpunkte zum Tragen kommen. Das Kartensystem ist ein Leitfaden, der Ausbilder und Auszubildende unterstützt.
Ihre Idee – ein Beitrag zur fundierten Ausbildung! Was wünschen Sie sich Innovatives von Berufsschulen, ZV, Innungen, Kollegen…?
C.K.: Wir diskutieren viel über das Friseur-Image. Ich wünsche mir, dass wir Lösungen und Umsetzungen finden, die dem Friseurhandwerk das geben, was es verdient: Wertschätzung!
Über Conny Kegreiß:

Friseurmeisterin, Salonchefin, Ausbilderin

1 Salon in Herrenberg | seit 2000 | 100 qm | 8 Mitarbeiter

Top Hair Wettbewerb 2014: unter den besten 30 Salons in Deutschland

Top Hair Wettbewerb 2018: unter den Besten 15 Salons in Deutschland

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